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Schildbürger 2010

Die Schildbürger fällen Bäume und wollen nun die Stämme in ihre Stadt bringen. Sie stellen fest, dass das Stadttor zu schmal ist: die Baumstämme passen der Breite (eigentlich der Länge, denn sie tragen sie parallel zur Mauer!) nach nicht durch. Also reißen sie links und rechts vom Tor die Stadtmauer ein, bis die Stämme hindurchpassen. Als die Schildbürger fertig sind, merken sie, dass es doch viel einfacher gewesen wäre, die Baumstämme der Länge nach durch das Tor zu tragen. Sie tragen nun also alle Baumstämme wieder aus der Stadt, mauern die Stadtmauer links und rechts wieder zu und tragen die Stämme abermals – nun der Länge nach – durch das Tor in die Stadt.

Diese Geschichte, zuletzt gehört in meiner Kindheit, hatte ich heute Nachmittag bei unser Aktion "Wie transportiere ich einen Kasten von der Wohnung in den Keller" nach einer Weile im Kopf. Folgendes hat sich zugetragen:

Relativ neu in die Wohnung eingezogen beschlossen meine Mitbewohnerin und ich heute einen recht großen Kasten der Vormieterin abzubauen und im Keller zwischenzulagern. "Keine große Sache" dachten wir uns, "das schaffen wir alleine, wir haben ja einen Lift". Also erst mal alle Einzelteile vor der Wohnungstür platziert, von dort dann als nächste Station vor den Lift gestellt, danach alles in den Lift gepackt, in das erste Kellergeschoss gefahren und alles wieder ausgeräumt. Soweit so gut.

Da ich hier noch nie in unserem Kellerabteil war sagte ich meiner Mitbewohnerin sie soll vorausgehen, sie war ja immerhin schon mal dort. Als wir durch die erste Tür gingen waren wir in einem sehr kleinen Raum mit vielleicht fünf Abteilen. Da wir in einem recht großen Haus wohnen mit vielen Wohnungen war mir hier schon klar, dass das nicht alles sein konnte und wie sich herausstellte war unser Abteil nicht dabei. "Hast du dich im Stock geirrt?" fragte ich. "Sieht wohl so aus." sagte sie. Wir ließen die Teile unseres zerlegten Kastens also alleine an der Wand lehnen und machten uns ein Stockwerk tiefer auf die Suche nach unserem Keller. Doch auch dort war nichts zu finden und auch in den beiden anderen Kellergeschossen war er nicht dabei. Wo war unser Keller?!

Mir kam dann die glorreiche Idee, dass er vielleicht im anderen Komplex des Hauses sein konnte (wir wohnen in der Mitte und Kellergeschosse gibt es jeweils auf der linken und rechten Seite des Hauses, jedoch sind die beiden Bereiche nur getrennt begehbar und zwar über den Wohnbereich oben). Wir fuhren also mit dem Lift wieder nach oben, einmal quer durch den Gang, und mit dem anderen Lift wieder nach unten. Dort durchsuchten wir systematisch Stock für Stock und - Wunder oh Wunder - wurden fündig. Unser Keller, es gab ihn wirklich, Halleluja! Soweit so gut...

Das Problem war nun aber, dass unser ganzer Kram, die vielen sperrigen, großen Einzelteile auf der anderen Seite des Gebäudes lagerten und kein direkter Weg von Keller A nach Keller B führte. Was also tun? Wieder alles in den Lift packen, mit dem Lift nach oben, alles aus dem Lift ausräumen, quer durch den Gang tragen, in den anderen Lift einräumen, wieder aus dem Lift ausräumen und in den Keller tragen?! Oh Gott bitte nicht! Dabei wäre doch alles so einfach gewesen... Der Weg von der Wohnung in Keller B wäre mit Leichtigkeit zu bewältigen gewesen. Aber nein, wir mussten ja erst auf die falsche Seite. Ein neuer Plan musste her. Wie, nur wie, bringen wir den elendigen Kasten schnellstmöglich in den Keller? Da plötzlich die rettende Idee - durch die GARAGE! Soweit so gut...

Also zurück zu Keller A, (der Kasten war immer noch da - verdammt), die ersten Teile geschnappt und - STOP! Erst mal kontrollieren ob der Plan mit der Garage aufgeht. Also rein in die Tiefgarage, einmal durchquert, raus in Keller B und - AHA! Falsches Stockwerk. Wieder zurück, Bretter in den Lift geladen (standen ja zum Glück gleich daneben), ein Stockwerk hinunter gefahren, alles ausgeladen, quer durch die Garage geschleppt, dann in Keller B damit, nochmal die Stiegen runter gehievt, rein in unser Kellerabteil, Schloss verrieglt und auf nimmer wiedersehen du gottverdammtes Teufelsding!

Für eine Aufgabe von 15 Minuten haben wir also nur 1 1/2 Stunden gebraucht.

Das waren sie, die Schildbürger 2010.

Mary

Bist du nicht müde, nach so vielen Stunden
Du wankst und taumelst, deine Füße zerschunden
Drehst dich im Kreis, bis der Tag verschwimmt
Und hoffst am Ende, dass die Nacht dich noch nimmt
(Wir sind Helden - Bist du nicht müde)


5.10.10 21:33
 


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